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Google+ Pages – ein Ansturm ohne Konzept?

Jetzt sind sie also da, die Google+ Pages und gefühlt hat heute schon meine komplette Timeline eine angelegt. Nico Lumma hat heute einen Artikel auf seinem Blog veröffentlicht, bei dem er die Frage stellt „und jetzt?“. Dabei bemängelt er, dass die Funktionen für einen vernünftigen Markenauftritt nicht ausreichen. Ich gebe Ihm da vollkommen Recht und gehe sogar noch einen Schritt weiter und frage mich ob die Unternehmen auch darüber nachgedacht haben, dass es jetzt ein Kanal mehr ist den Sie sinnvoll bedienen sollten.

Um es mal sehr deutlich zu sagen: „Eine Präsenz im Web ist wertlos, wenn man nichts damit tut„. Wir erleben es immer noch viel zu oft, dass Unternehmen einfach auf die verschiedenen Plattformen gehen ohne sich vorher darüber Gedanken gemacht zu haben ob es

a) überhaupt sinnvoll für das Unternehmen ist (kann dieser Kanal dabei helfen die Unternehmensziele zu erreichen) oder

b) ist unsere Zielgruppe auf diesem Kanal?

Wenn wir mal vom Idealfall ausgehen, dann hat das Unternehmen für Ihre Social Media Aktivitäten Ziele definiert, die Ressourcen geprüft und definiert und die Messgrößen festgelegt. Zusätzlich wurden verschiedene Analysen (Zielgruppen, Plattformen, Wettbewerb usw.) durchgeführt um zu verstehen wie das Unternehmen im Social Web wahrgenommen wird und noch viel wichtiger, um zu verstehen warum und wozu Menschen der Zielgruppe überhaupt diese Kanäle benutzen und wie sie diese benutzen. Für dieses Thema könnte man auch einen eigenen Artikel schreiben aber ich möchte hier auf was anderes hinaus.Daraus lassen sich dann die Strategien für die Plattformen, die Zielgruppen und den Content entwickeln.

 

Wenn ein Unternehmen dies (und noch einiges mehr) beachtet hat, dann wird es die unterschiedlichen Kanäle auch dementsprechend bespielen. Facebook ist nun mal nicht Twitter und Twitter ist nicht Google+ usw.. Die Fans/Follower die einem Unternehmen/Marke folgen haben ein Interesse an diesem Unternehmen. Vielleicht kaufen Sie immer die Produkte dieser Firma oder Sie erhoffen sich Gutscheine/Rabatte oder sonstiges. Die Motivation einem Unternehmen zu folgen hat unterschiedliche Gründe und sollten die Nutzer auf verschiedenen Plattformen aktiv sein, dann ist die Wahrscheinlichkeit das Sie dem Unternehmen auf den verschiedenen Plattformen folgen relativ hoch. Deswegen sollte es für jedes Unternehmen auch sehr wichtig sein, die verschiedenen Analysen durchzuführen um die Kanäle unterschiedlich zu bespielen.

Leider, ist das in den wenigsten Fällen so! (Deswegen habe ich auch vom Idealfall gesprochen) Das was die Nutzer erleben ist das Sie den Tweet lesen, danach in Ihrem News-Stream auf Facebook den selben Inhalt serviert bekommen und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bekommen Sie in zukünftig auch noch bei Google+ vorgesetzt. So funktioniert das aber nicht! Stellt Euch vor Ihr holt am Montag eine Werbung Eures Lieblingsmöbelhauses aus dem Briefkasten und die gleiche Werbung holt Ihr auch am Dienstag und am Mittwoch aus dem Briefkasten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr dadurch die Lust/das Interesse auf das Möbelhaus verliert? Die Frage kann sich jeder selbst beantworten.
Das bespielen der unterschiedlichen Kanäle ist nichts anderes und Ihr könnt damit das gleiche erreichen wie in dem eben genannten Beispiel. Nämlich das der Nutzer einfach kein Interesse mehr an Euch hat.
Jeder Kanal hat nun mal seine eigenen Spielregeln und man sollte immer versuchen die Informationen dem Kanal anzupassen. Ja, dass bedeutet mehr Arbeit und das bedeutet auch mehr Kapazität und letzten Endes sind es höhere Kosten da man einen höheren Zeitaufwand hat aber dafür sinkt das Risiko das die Nutzer das Interesse an Euch verlieren. Jede Plattform hat seine Stärken und Schwächen und auch Google+ hat bestimmte Vorzüge. So bietet es sich z.B. an, auf Google+ die Nutzer noch viel mehr in Diskussionen/Gespräche einzubinden, einfach weil sich die Plattform dafür anbietet. Das sind aber Sachen, die Ihr als Unternehmen beachten solltet, wenn Ihr Euren Content verbreitet.
In der Geschwindigkeit in der gerade Google+ Pages erstellt werden kann ich mir nicht vorstellen das die Unternehmen sich darüber vorher Gedanken gemacht haben und ich rechne auch damit das wir jetzt wieder einen Kanal mehr haben, bei dem ich die Information bekomme die ich schon auf mindestens 2 anderen Kanälen bekommen habe. Was denkt Ihr denn darüber? Seid Ihr auch schon genervt von Informationen die Ihr mehrmals serviert bekommt oder stört Euch das eher nicht?

6 Kommentare

  1. Grundsätzlich sehe ich das genau wie du. Allerdings ist es für Unternehmen ja auch legitim, sich zunächst die „Visitenkarte“ bei google+ (und in anderen Netzwerken zu sicher) und später zu überlegen, wie man das genau bespielt. Gerade weil z.B. bei Twitter bereits mehrfach Piraten-Accounts für Ärger gesorgt haben. Aber in der Tat sollte man transparent machen: „Das ist nur ein Platzhalter-Account“ oder „Wir arbeiten sinnvoll mit google+“. Das weiterverteilen bekannter Inhalte ist in der Tat mehr als Unsinnig.

    • Stephan sagt

      Hallo Jan,

      ich verstehe was Du meinst aber was ist denn der Effekt davon wenn man sich eine „Visitenkarte“ macht um den Platz zu sichern? Der Nutzer kommt und findet bei Google+ Deinen Unternehmensauftritt, findet nichts vor und ist dann eher enttäuscht und kommt nie wieder zurück auf Deine Unternehmensseite. Es ist ja nicht so, dass die Firmen keine Zeit hatten sich darüber Gedanken zu machen. Das die Unternehmensseiten kommen war ja lang genug bekannt. Ich bin einfach nur gespannt wie es sich entwickelt aber ich befürchte halt das es einfach ein Kanal mehr ist, der auf die gleiche Art und Weise bespielt wird wie die anderen Kanäle aber vielleicht täusche ich mich auch. Deswegen sind es ja einfach nur Gedanken die ich mal fix niedergeschrieben habe. 😉

  2. Dein Verdacht ist zwar durchaus berechtigt, aber doch etwas vorschnell Formuliert denke Ich. Gerade wenn man Die Unternehmensauftritte bei Twitter und Facebook vergleicht sieht man doch bei den meisten große Unterschiede zwischen den Kanälen. Weil eben technisch ganz andere Dinge möglich sind oder eben nicht. Auch bei Google+ sind die technischen Gegebenheiten wieder anders, die Unternehmen müssen sich darauf einstellen und das werden sie auch. Zum Thema der überall gleichen Informationen: Es sind nunmal Kanäle über die Informationen Verbreitet werden, du promotest deine Blogartikel ja auch auf allen, oder? 😉
    Ohne Frage bedarf es bei jedem Kanal eine Anpassung auf die Peergroup und neben den Standardinformationen auch Unique Content, aber Ich sehe da nicht so schwarz wie du.

    • Stephan sagt

      Natürlich gebe ich Dir da Recht und ja es sind alles Informationskanäle. Mir ging es auch nicht darum alles „schwarz“ zu sehen sondern eher noch mal darauf aufmerksam zu machen wie man es machen könnte/sollte. Wer weiß, vielleicht liest es das ein oder andere Unternehmen und denkt da mal ein paar Minuten drüber nach. Dann ist ja schon alles gut 😉 Und so wie Du sagst, dass man oft große Unterschiede bei den Unternehmensauftritten sieht (bei vielen klappt das tatsächlich), sieht man aber trotzdem auch genug schlechte Beispiele. Ich würde mir einfach wünschen das Wir die „Probierphase“ endlich mal verlassen und den Kanälen genug Aufwand zur Verfügung stellen.

  3. Provokante Gegenthese: Welche Zielgruppe ist nicht auf Google? (Wohlgemerkt: Ohne Plus!).

    Der Vater des Gedanken ist doch bei vielen, im Google Ranking zu steigen oder überhaupt gelistet zu werden. Das ist doch der Hauptunterschied zu Facebook oder LinkedIn: Wenn mein „Geschäft“ (Wie der Bikerladen aus dem Promovideo) über Google Maps gefunden wird, wen interessieren die Circles oder gar Interaktion mit potenziellen Kunden?

    http://linkedinsiders.wordpress.com/2011/11/07/unternehmensprofil-mit-google-plus/

  4. Uwe Werner sagt

    Nun weiß man ja nicht erst seit gestern, dass die Google+ pages kommen werden. Wozu man jetzt also noch ewig Zeit für grundsätzliche Gedanken brauchen soll, leuchtet mir nicht ein. Wer jetzt erst anfängt darüber nachzudenken, hat etwas falsch gemacht.

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